Berufsunfähigkeitsversicherung: Sinnvoll oder nicht ?

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ?
Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll oder nicht

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört zu den wichtigsten Bausteinen zur Absicherungen des Einkommens. Viele stellen sich die Frage, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll  ist oder nicht. Die Vielzahl der Betroffenen ( ca. jeder 4. ) zeigt das hohe Risiko aus gesundheitlichen Gründen berufsunfähig zu werden. Daher ist eine Berufsunfähigskeitsversicherung sehr sinnvoll.

Im Fall der Fälle reicht die staatliche Unterstützung bei weitem nicht aus, um den

Lebensstandard halten zu können. Wer nach 1961 geboren ist, kann nur auf Lei-

stungen der gesetzlichen Rentenversicherung ( Erwerbsminderungsrente ) zurückgreifen. In über 90 % der Fälle wird nur die halbe Erwerbsminderungsrente bewilligt ( geschätzte Höhe maximal 20 % des Nettoeinkommens ). Erst bei einem "Totalschaden", das heißt Sie können in keinem denkbaren Beruf länger als 3 Stunden pro Tag arbeiten erhalten Sie die volle Rente ( max. 40 % des Nettoeinkommens ). Bei Selbstständigen ist dieser Mindestschutz oftmals gar nicht vorhanden, da hierfür erhebliche monatliche Einzahlungen in die Rentenkasse erforderlich wären (voller Beitrag ca. 18,6 %

auf das "gewünschte Absicherungsniveau" ).

Beamte haben ein weiteres "Risiko" abzudecken, da der Arbeitgeber / Dienstherr die Dienstunfähigkeit selbst feststellen kann. 

 

Wichtig: Bei Arbeitnehmern entsteht ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente erst nach dem Zurücklegen von 60 Pflicht-

monaten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Leistungsanspruch berechnet sich immer aus dem durchschnittlichen 

Erwerbseinkommen ( seit dem 16. Lebensjahr ). Gerade bei Berufsanfängern ( nach  der Lehrzeit ) oder Erstanstellung nach dem Studium sind kaum erworbene Ansprüche vorhanden. Daher bieten viele Gesellschaften einen Versicherungsschutz bis 90 % des 

Nettoeinkommens an. 

Wie funktioniert eine Berufsunfähigkeitsversicherung ?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn die Voraussetzungen für die Berufsunfähigkeit vorliegen. Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann (§ 172 Abs. 2 VVG).

  

Ob ein Unfall oder eine Krankheit der Grund für die Berufsunfähigkeit ist, spielt für die Versicherung keine Rolle. Der Versicherer ist zur Leistung verpflichtet, wenn Sie nach deren Einschätzung zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind ( weniger als 50 % des Nettoeinkommens erzielbar ist ). Die vereinbarte monatliche Rente wird bis zum vereinbarten Vertragsablauf bezahlt.

Die Rente ruht, wenn die Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind.

Anhand von eingereichten Unterlagen ( Arztberichte, Arbeitsplatzbeschreibung usw. ) stellt der Versicherer die Berufsunfähigkeit 

fest.

Wichtig: Enthält der Vertrag keinen "Verzicht auf abstrakte Verweisung" kann der Versicherer den Betroffenen auf einen "anderen Arbeitsplatz" verweisen. Dafür ist es unerheblich, ob ein solcher Arbeitsplatz für Sie erreichbar ( keine Stellenangebote oder 600 km vom Wohnort entfernt ) ist oder nicht. Allein die Möglichkeit des "Nachweises" kann zur Leistungsverweigerung führen. 

Darum ist diese Absicherung sinnvoll

Die Berufsunfähigkeit (BU) ist ein unterschätztes Risiko. Statistisch gesehen wird jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig und es entsteht eine große finanzielle Lücke. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer wird in seinem gesamten Berufsleben mindestens 1 Million € (ohne Gehaltserhöhungen) verdienen. Daher ist die Arbeitskraft das größte Vermögen eines jeden Arbeitnehmers. Fällt diese Arbeitskraft aus, dann fehlt nicht nur das aktuelle Einkommen sondern

auch im Ruhestand. Da sich der Staat aus diesem Schutz zurückgezogen hat, können gesetzlich Rentenversicherte kaum noch Leistungen erwarten, wenn sie berufsunfähig werden. Wer nach dem 01.01.1961 geboren wurde, bekommt beispielsweise gar keine Berufsunfähigkeitsrente mehr und es wird nur noch eine Erwerbsminderungsrente gezahlt. Diese lag im Jahr 2017 aber durchschnittlich nur bei 716 Euro pro Monat. Das geht aus Statistiken der Deutschen Rentenversicherung hervor.

Wie hoch Ihre Erwerbsminderungsrente nach jetzigem Stand ausfallen würde, sehen Sie in Ihrer Renteninformation. Dort wird jedoch nur die volle Erwerbsminderungsrente angegeben ( Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung und 10,8 % Abschlag bei

Rentenbezug vor dem 62. Lebensjahr noch nicht eingerechnet - gesamt ca. 20 % ). In 90 % der Fälle wird jedoch nur die halbe Rente "bewilligt".   

Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Krankheiten oder Beeinträchtigungen des Skelett und Muskeln, Krebs.  


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Stiftung Warentest findet Berufsunfähigkeitsversicherung für sinnvoll

BU Vergleich
Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll

Im Jahr 2019 hat die Stiftung Warentest Berufs­unfähigkeits­policen verglichen. Erfreulich: Von 59 untersuchten Angeboten schneiden 35 mit der Bestnote Sehr gut ab. Viele Angebote erhalten ein Gut. Das heißt: Versicherungs­kunden finden eine große Auswahl an Angeboten mit geeigneten Vertrags­bedingungen, die meistens auch ein Antrags­formular haben, mit dem sie gut zurecht­kommen können. Ebenfalls gut: Der Testsieger ist nicht am teuersten. Für die Stiftung Warentest gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung daher zu den wichtigsten Policen.

Wer benötigt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ?

Besonders wichtig ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Erwerbstätigen, die nicht auf ihr Einkommen verzichten können. Selbstständige sind oft nicht gesetzlich rentenversichert, so dass hier keine Absicherung vorhanden ist.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung deckt die Lebenshaltungskosten mit ab ( wie z.B. Miete  oder Aufwand für die Baufinanzierung ( Wohneigentum ) ) und ist daher unverzichtbar.

Bei Beamten wird dieses Risiko über spezielle Dienstunfähigkeitsversicherungen abgedeckt. Hier kann der Dienstherr die Dienstunfähigkeit selbst feststellen ( da muss nicht zwingend durch eine Krankheit / Unfall als Ursache vorliegen ). Berufsanfänger mit weniger als 60 Pflichtmonate in der gesetzlichen Rentenversicherung haben noch keinen Anspruch erworben.

Wichtig: Je früher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, um so günstiger sind die Beiträge ( keine Vorerkrankungen usw. )

 

Berunfsunfähigkeitsversicherung auch für Studenten sinnvoll

Wie oben kurz erwähnt, besteht für Auszubildene oder jungen Menschen die noch keine 5 Jahre in die gesetzliche Rentenver-

sicherung eingezahlt haben, keinerlei staatliche Unterstützung zu. Das gilt auch für Studenten. Tritt während des Studiums oder innerhalb der ersten 5 Berufsjahre Berufsunfähigkeit ein, dann besteht keine gesetzliche Absicherung.

Diese finanzielle Lücke gilt es abzudecken. 

Wie hoch sollte die Rente einer Berufsunfähigkeitsversicherung sein?

Zunächst sollte man prüfen, wie groß die Lücke zwischen dem aktuellen Nettoeinkommen und die Ansprüchen aus der gesetzlichen Renten­versicherung sind. Daraus kann dann die Höhe der Berufs­unfähig­keitsversicherung berechnet werden.

Gerade bei Berufsstartern empfehlen wir die maximal versicherbare Rente von 90 % des aktuellen Nettoeinkommens.

Vorteil: günstige Beiträge und der weitestgehende Verzicht auf Beitragsdynamik, da die gesetzlichen Ansprüche im Laufe des 

Berufslebens zunehmen.

Bei Studenten / Auszubildenden können auch Renten mit 1.000 € monatlich versichert werden, da hier auf den zukünftigen Beruf abgestellt wird. Wichtig: Einschluss einer Nachversicherungsgarantie, das heißt die monatliche Rente kann bei Nachweis

eines höheren Einkommens - ohne Gesundheitsprüfung!!! - auf die erforderliche Höhe angepasst werden.